Wankelmut – Wie ich mich entliebte

Anfangs war ich ein großer Fan von meiner neunten Klasse. Ein bunter Haufen mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten. Das war immer sehr lustig und die Mitarbeit war auch in Ordnung. Im Gegensatz dazu raubte mir mein Abiturkurz streckenweise den letzten Nerv. Neuerdings ist das umgekehrt und die Nervklasse hat sich in die Lieblingsklasse verwandelt, dafür geht die Neunte im Moment gar nicht. Seit ich die nicht mehr am Morgen unterrichten darf, sondern im absoluten Mittagstief von 13-15 Uhr, benehmen die sich so dämlich – es ist kaum auszuhalten. Und ich schwanke hin und her, ob ich noch dolle Disziplinierungsmaßnahmen aus dem Hut zaubern soll, oder ob ich mich stattdessen entspannt zurücklehnen und die Sperenzchen als hormonelles Schauspiel der Natur in all ihrer Vielfalt bewundern soll. Das Schuljahr ist eh so gut wie vorbei, zieht man mal all die Feiertage und Prüfungszeiträume ab, in denen mein Unterricht wegfällt. 

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Was Kurzes zum Feierabend

Platt bin ich! Und das, obwohl gerade mal eine Woche seit Ferienende vergangen ist. Ich schäme mich auch ein bisschen dafür.

Überhaupt scheint heute der Tag der Scham zu sein. Denn ich schämte mich heute auch schon ein bisschen für eine andere infame Aussage. Als die neue Referendarin bei mir altem Hasen Rat ob ihrer Zeitplanung suchte und die Frage stellte, ob ich denn auch mal freie Wochenenden hätte, polterte es nur so aus mir heraus: „Ich mache NIE was am Wochenende!“ Große Augen starten mich daraufhin entgeistert an. Ich schob kleinlaut hinterher, dass ich für anstehende Unterrichtsbesuche und am Anfang einer Reihe natürlich auch mal den ganzen Sonntag sitzen würde. 

Ein möglicher Grund für meine (nennen wir sie mal effektive) Zeitplanung dürfte folgende Erkenntnis sein: Stunden, die ich mit hohem zeitlichen Aufwand und viel Liebe plane , fallen im Vergleich mit Stunden, die ich in 15-20 Minuten vorbereite , nicht unbedingt besser aus. 

Oder bin ich einfach nur auf dem Weg, eine faule Lehrerin zu werden???

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Ein sonniger Start

Das war herrlich! Die langen Osterferien, auch gern kleine Sommerferien genannt, sind vorbei und ich fühle mich wahrlich erholt. Putzmunter und voller Tatendrang! Das ist aber auch bitternötig, nachdem ich in den letzten beiden Wochen überhaupt nichts schulrelevantes gemacht habe. Völlig ausgeblendet habe ich die auf mich wartenden Unterrichtsbesuche und das Terminchaos. Dafür möchte ich mir in aller Öffentlichkeit auch mal auf die Schulter klopfen. Denn nichts ist schlimmer, als sich die Ferien mit Magengrimmen zu verderben (siehe letzte Herbstferien). Dann doch lieber mit Tempo 180 durch den Schulalltag und erst in den Ferien kräftig auf die Bremse treten.

Aber genug der lahmenden Bilder. Der sonnige Start in die letzte Runde war nicht nur dem Wetter zu verdanken, sondern auch meinem Grundkurs, der heute aufgrund einer Exkursion um die Hälfte minimiert war. Ein sehr angenehmes Arbeiten. Und dass ich meinen Osterkram unter das Volk geschmissen habe, durfte auch nicht geschadet haben.

Überhaupt waren heute alle gut drauf. Selbst die Referendare, die noch im April ihr Staatsexamen ablegen werden, machten einen prima Eindruck. Am Ende bin ich noch aufgeregter, als die Betroffenen …

Gute Laune auf all meinen Wegen. Mal schauen, wie lange sie anhält. Morgen habe ich einen extrem langen Tag vor mir und es stehen die Woche noch ein vierstündiger Elternsprechabend sowie eine Präsentation im Fachseminar an.

Habt eine gute Woche!

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Zerfleischt

DieVorführstunde in der Seminarklasse lief leider nicht so wie erhofft. Und das lag an total blöden Anfängerfehlern während der Umsetzung, denn die Planung war eine richtig runde Sache.

Ich ärgere mich! Nicht etwa über die Kritik der Mitreferendare, sondern darüber, dass sie absolut berechtigt ist. Wer fasst sich schon gern an die eigene Nase?! In dem Fall komm ich leider nicht drum herum. Wenn als einzige positive Aspekte ‚ein freundliche Auftreten‘ und ‚Gelassenheit und Ruhe‘ attestiert werden, weiß man schon, dass das letzte Stündchen geschlagen hat. Die Atmosphäre war aber wirklich sehr nett und die Hinweise sind – bei aller Verstimmung – Gold wert.

Dass ich mich innerlich so zerfleische hängt auch damit zusammen, dass ich unberechtigterweise viel zu gelassen in die Stunde gegangen bin und nicht noch mal jeden einzelnen Schritt durchdacht und analysiert habe. So wären mir Baustellen sicherlich eher ins Auge gefallen. Scheiße! Da wollte ich mal die Lässigkeit in Person sein und es ging mächtig in die Hose.

Trostpflaster: aus der gezeigten Stunde geht keine Bewertung hervor, d.h. sie ersetzt keinen offiziellen Unterrichtsbesuch und ist somit eine reine Gelegenheit, zu lernen. Aus Fehlern zu lernen 😉

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1:0 für den Wahnsinn

Diese Woche hat mich fertig gemacht! Ich bin richtig kaputt. Ich glaube, noch nie eine so anstrengende Woche seit Beginn des Referendariats gehabt zu haben. Und das, was mich dabei um den Verstand gebracht hat, sind nicht etwa der spätpubertierende, Testosteron geladene Grundkurs (nur 1/4 davon sind Mädels!) oder die hochpubertären Neunten (Pickel und Porno Galore), nein, es ist DER GAZ NORMALE WAHNSINN.
Ein paar Highlights der vergangenen Tage: da wäre zunächst die Gesamtkonferenz. Ganze drei Stunden. Wie immer viel heiße Luft, viel Kopfgeschüttel und Nase rümpfen, indirektes Angezicke untereinander, aber gerade noch so subtil, dass ein Eklat ausbleibt. Ab und zu klingelt die Schulleitung mit einem Glöckchen oder haut auf den Tisch, um Ruhe einzufordern. Schüler färben in dem Punkt eben doch auf ihre Lehrer ab. Da soll mal einer sagen, man kriegt nichts zurück in diesem Beruf.                                                                    Erfahrene Mitstreiter werden über meine Ausführungen sicherlich mit den Augen rollen, sind sie es wahrscheinlich längst leid, sich über diese Zirkusvorführung überhaupt noch auszulassen. Mich schockiert das eben noch.

In der letzten Woche wurde mir auch die Kürze des Schulhalbjahres bewusst. Kurzzeitige Schnappatmung setzte ein, als ich die Termine der Prüfungswochen und den Zeitraum Betriebspraktika erfuhr. Das daraus resultierende Absagen von geplanten Unterrichtsbesuchen, die Verschiebung von Klassenarbeiten und die Unmöglichkeit, den geplanten Stoff auch nur halbwegs unterzukriegen verursachten ein richtig ungutes Gefühl im Magen. Bis ich bemerkte, dass es allen so geht. Das bemerkte ich nicht zuletzt an der miesen Stimmung im Lehrerzimmer. Ständig kam irgendwer mit schlechter Laune reingeplatzt oder saß stönend und mit hängenden Schultern in der Ecke. Das erklärt auch, weshalb ich in etwa vier Stunden brauchte, um dreißig Klassenarbeiten zu korrigieren. Wie will amn da die Stimmung hochhalten?! Gar nicht so leicht, wenn über die Lautsprecheranlage in den Pausen auch noch die krasse Musik der Abiturienten dröhnt, die ihre letzte Schulwoche vorm Prüfungszeitraum mit einer Mottowoche und entsprechenden Aktionen krönen (Mittwoch sahen z.B. alle aus wie Zuhälter und Prostituierte … man muss sich doch wundern über die Bereitwilligkeit der jungen Männer und Frauen, sich in die Rollen der männlichen Unterdrücker und weiblichen Unterdrückten zu begeben …).

Die Fachbereichssitzung in dieser Woche war ebenso interessant. Wenn alles schläft und einer spricht, dann nennt man das nicht etwa Unterricht, sondern dem Geltungsdrang der Fachbereichsleitung Raum geben.

Ach ja! Und morgen muss ich noch schnell eine Showstunde im Fachseminar vor den kritischen Augen der Mitreferendare zeigen. Vor einer Klasse, die ich nicht kenne. Spannend!

Und dann ist Wochenende. Und mit dieser Aussicht höre ich jetzt auch auf, mich zu beschweren. Obwohl: it’s my blog and I cry if I want to!

 

 

 

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Nicht topp, nicht flop

Der letzte Unterrichtsbesuch wurde also ausgewertet. So richtig viel zu sagen gab es eigentlich nicht. Die Stunde lief gut, war gut geplant, gut strukturiert und es gab eine hohe Sprechaktivierung der Schüler. Verbesserungswürdig sind die mündliche Fehlerkorrektur (peer correction fördern oder stärker durch mich steuern) und die bewusste Planung eines Diagnoseinstruments, um die Erreichung des Standards zu überprüfen (der Standard ist das, was von den Schülern bewerkstelligt werden soll, z.B. eine Zeitform richtig und vielfältig anzuwenden … ).

Irgendwie ok, aber eben auch nicht der Oberhammer. Ich glaube, es war eine recht konventionelle Stunde, die gut funktioniert hat. Deshalb habe ich jetzt das Gefühl, beim nächsten Mal eine größere Show abliefern zu müssen. Vielleicht auch mehr wagen was Methoden angeht, mit denen die Schüler noch nicht so vertraut sind. Das heißt aber auch, sich beim Unterrichtsbesuch auf noch dünneres Eis zu begeben. Halten das die Nerven aus?

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Der Unterrichtsbesuch

Der letzte Unterrichtsbesuch lief eigentlich ganz gut. Die Fachseminarleitung und die Schulleitung waren anwesend, was ja immer ziemlich aufregend ist, denn letztere findet nicht immer Zeit, teilzunehmen und somit bleibt es bis kurz vor último spannend!

Meine Klasse hat prima mitgemacht, was mich ungemein erleichtert hat. Denn beim letzten Mal hatte ich den Anschein, dass sie von der fremden Präsenz etwas eingeschüchtert waren. Außer Tom, der faulste und nervendste Schüler der Klasse dreht immer richtig auf, wenn Unterrichtsbesuch ist und wird zum Zugpferd der Gruppe. So auch dieses Mal. Der weiß eben, wann man sich profilieren muss. Dass aber ich und nicht die Schulleitung die Noten vergibt, scheint er noch nicht ganz kapiert zu haben … ich war jedenfalls froh über das Engagement, auch wenn die Motivation eine fragwürdige ist.
Auch die Gruppenarbeitsphase, in der ich mich fast total aus dem Verkehr gezogen habe, klappte gut. Die Schüler haben die Aufgabe bearbeitet, auch ohne dass ich ihnen über die Schulter lugen musste. Diese Beobachtung hat sich in der Auswertung bestätigt. Hoch erfreulich!

Alles in allem war die Stunde recht gelungen, weil ich, glaube ich, ganz gut zeigen konnte, wie ich mit den Schülern arbeite und dass sich bestimmte Techniken und Arbeitsweisen bei ihnen schon eingeschliffen haben. Außerdem ist die Zeitplanung wunderbar aufgegangen, was ja jedes Mal eine große Zitterpartie ist. Jetzt bin ich mal gespannt, wie mein Auswertungsgespräch dazu laufen wird. Das konnten wir noch nicht halten, weil ich danach gleich zum Unterricht eilen musste. Spannend ist auch, ob der Unterrichtsentwurf einigermaßen o.k. ist und die Sequenzplanung, in die meine Stunde eingebettet ist, sinnvoll erscheint.

 

 

 

 

Kurzmitteilung | Veröffentlicht am von | Verschlagwortet mit , , | 3 Kommentare