1:0 für den Wahnsinn

Diese Woche hat mich fertig gemacht! Ich bin richtig kaputt. Ich glaube, noch nie eine so anstrengende Woche seit Beginn des Referendariats gehabt zu haben. Und das, was mich dabei um den Verstand gebracht hat, sind nicht etwa der spätpubertierende, Testosteron geladene Grundkurs (nur 1/4 davon sind Mädels!) oder die hochpubertären Neunten (Pickel und Porno Galore), nein, es ist DER GAZ NORMALE WAHNSINN.
Ein paar Highlights der vergangenen Tage: da wäre zunächst die Gesamtkonferenz. Ganze drei Stunden. Wie immer viel heiße Luft, viel Kopfgeschüttel und Nase rümpfen, indirektes Angezicke untereinander, aber gerade noch so subtil, dass ein Eklat ausbleibt. Ab und zu klingelt die Schulleitung mit einem Glöckchen oder haut auf den Tisch, um Ruhe einzufordern. Schüler färben in dem Punkt eben doch auf ihre Lehrer ab. Da soll mal einer sagen, man kriegt nichts zurück in diesem Beruf.                                                                    Erfahrene Mitstreiter werden über meine Ausführungen sicherlich mit den Augen rollen, sind sie es wahrscheinlich längst leid, sich über diese Zirkusvorführung überhaupt noch auszulassen. Mich schockiert das eben noch.

In der letzten Woche wurde mir auch die Kürze des Schulhalbjahres bewusst. Kurzzeitige Schnappatmung setzte ein, als ich die Termine der Prüfungswochen und den Zeitraum Betriebspraktika erfuhr. Das daraus resultierende Absagen von geplanten Unterrichtsbesuchen, die Verschiebung von Klassenarbeiten und die Unmöglichkeit, den geplanten Stoff auch nur halbwegs unterzukriegen verursachten ein richtig ungutes Gefühl im Magen. Bis ich bemerkte, dass es allen so geht. Das bemerkte ich nicht zuletzt an der miesen Stimmung im Lehrerzimmer. Ständig kam irgendwer mit schlechter Laune reingeplatzt oder saß stönend und mit hängenden Schultern in der Ecke. Das erklärt auch, weshalb ich in etwa vier Stunden brauchte, um dreißig Klassenarbeiten zu korrigieren. Wie will amn da die Stimmung hochhalten?! Gar nicht so leicht, wenn über die Lautsprecheranlage in den Pausen auch noch die krasse Musik der Abiturienten dröhnt, die ihre letzte Schulwoche vorm Prüfungszeitraum mit einer Mottowoche und entsprechenden Aktionen krönen (Mittwoch sahen z.B. alle aus wie Zuhälter und Prostituierte … man muss sich doch wundern über die Bereitwilligkeit der jungen Männer und Frauen, sich in die Rollen der männlichen Unterdrücker und weiblichen Unterdrückten zu begeben …).

Die Fachbereichssitzung in dieser Woche war ebenso interessant. Wenn alles schläft und einer spricht, dann nennt man das nicht etwa Unterricht, sondern dem Geltungsdrang der Fachbereichsleitung Raum geben.

Ach ja! Und morgen muss ich noch schnell eine Showstunde im Fachseminar vor den kritischen Augen der Mitreferendare zeigen. Vor einer Klasse, die ich nicht kenne. Spannend!

Und dann ist Wochenende. Und mit dieser Aussicht höre ich jetzt auch auf, mich zu beschweren. Obwohl: it’s my blog and I cry if I want to!

 

 

 

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5 Antworten zu 1:0 für den Wahnsinn

  1. diewiderspenstige schreibt:

    Mottowoche und Party VOR den Prüfungen?! Also bei uns gibt´s das erst immer nach dem Abi… o.O

    Den Satz „it´s my blog and I cry if I want to!“ merk ich mir 😉

    Drück dir die Daumen für deine Showstunde morgen 🙂

  2. bambooos schreibt:

    Ja, der Satz war cool 🙂 Viel Spaß morgen!

  3. Pingback: Zerfleischt | studienreferendarin

  4. dancingangel94 schreibt:

    Gabs bei dir keine Mottowoche? An meiner ehemaligen (oh Gott, s´wie sich das anhört…) Schule war die immer in der Woche zwischen schriftlichen und mündlichen Prüfungen. Aber DAS Motto hatten wir zum Glück nicht! Es hieß „Albtraum meiner Eltern“. Da gab es zwar auch viele Prostituierte und Zuhälter, aber man konnte es eben auch anders auslegen 🙂

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