Schöner Scheiß (aber immerhin schön)!

Bin ich unsensibel oder möchte ich meine eigene Hypersensibilität verdrängen? Das frage ich mich in Anbetracht der aus meinen Eingeweiden emporsteigenden fast in Wut umkippenden Ungeduld, sobald ich die Jammer-Tiraden meiner Mitreferendare ertragen muss. Ich möchte alle schütteln, die mir mit bedröppeltem Gesicht entgegenkommen und mir mal wieder ausführlich von a) doofen Schülern, b) doofen Kollegen, c) doofen Seminarleitern oder d) doofen Ausbildungsbedingungen erzählen.
Ich fühle mich zwar auch oft so, wie die aussehen und habe ein gewisses Verständnis für deren Gefühlslage. Dennoch reguliere ich den Output meiner negativen Gedanken in einem für meine Mitmenschen zumutbaren Maße. So, wie Einige ihren Unmut nach außen kehren und mir ständig mit den ewig gleichen Problemen in den Ohren liegen, machen sie die Situation für sich nicht besser. Ganz zu schweigen von dem Magengeschwür, dass mir als mögliche Folge noch mal wachsen wird …
Weniger heulen und den Ochsen bei den Hörnern packen! Sonst ändert sich doch nie etwas.

Warum mich das gerade so angeht und sauer macht? Wahrscheinlich, weil die Probleme meiner Leidensgenossen meinen ein bisschen zu ähnlich sind und ich dadurch auch gezwungen werde, ständig über diesen ganzen Mist nachzudenken, der sich neben all den schönen Aspekten  meines Berufs nicht von der Hand weisen lässt. Es ist eben alles eine Frage der Perspektive. Und ich habe gerade lieber die rosarote Brille auf.

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3 Antworten zu Schöner Scheiß (aber immerhin schön)!

  1. rup schreibt:

    Da hast recht: die ganze Jammerei bringt auch nicht wirklich etwas, auch wenn oft erklärt wird, es erleichtere das Gemüt. Einfach machen oder auch mal gern diverse Verdrängungstechniken anwenden, aber nicht unnötig andere damit nerven. Dennoch: ‚Geteiltes Leid ist halbes Leid‘ – so heißt es doch – aber dann bitte in Maßen und lieber sich mal gemeinsam über Poisitives am Job freuen.

  2. Stefan schreibt:

    Bist du die gute Seele eures Jahrgangs? 🙂 Vermutlich haben diese Leute keine Möglichkeit, sich an einer anderen Stelle „auszukotzen“. Die Freunde und Lebensgefährten verstehen die Probleme nicht, da sie das System „Referendariat“ nicht kennen und die Leute im System sind meist ein völliges Tabu, was die Übermittlung von Zweifel und Ärger angeht. Die einzigen Anlaufstellen stellen dann oftmals Mitreferendare dar.

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