Zu schön, um wahr zu sein?

Wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein, ist es höchstwahrscheinlich eines: NICHT WAHR.
Das muss einfach auch für den wundervollen Klassendurchschnitt der allerersten Klassenarbeit gelten, die ich mit meinen Spaniern in diesem Halbjahr, und nebenbei überhaupt jemals mit einer Klasse, geschrieben habe. Denn es steht tatsächlich eine unglaubwürdige 2 vor dem Komma. Warum unglaubwürdig? Ganz einfach. Bevor ich die Klasse zu Gesicht bekommen hatte, wurde mir der muntere Haufen von der Ex-Lehrerin als ziemlich leistungsschwach beschrieben. Nun ist es an unserer Schule, soweit ich das schon einschätzen kann, wirklich nicht weit her, was den Intellekt angeht: das Land ist flach, der Horizont teilweise auch. Jedoch empfinde ich das, was die bisher können, als relativ angemessen für das zweite Lernjahr in der zweiten Fremdsprache.
Aber: allem Optimismus zum Trotz zweifele ich an meiner Bewertungsweise. Wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, habe ich die Arbeit zu leicht konzipiert. Wer die Vokabeln sowie die Grammatik gelernt hatte, konnte die freie Textarbeit, die für viele das größte Problem darstellte und punktemäßig die Hälfte ausmachte, sehr stark ausgleichen.

Die Ansprechpartnerinnen des Vertrauens reagierten unterschiedlich auf meine Zweifel. Eine meinte, dass es ja nicht jedes Mal desaströse Ergebnisse geben müsste und dass die schon früh genug demotivierende Leistungen nach Hause bringen würden, wohingegen die andere meinte, dass ihr damaliger Fachseminarleiter bei diesem Durchschnitt das Problem eindeutig in der Berichtigung und in der wohl zu leichten Konzeption der Arbeit gesehen hätte.

Was auch immer zu dem Bombenergebnis geführt haben mag … vielleicht sollte ich mir statt dessen die Frage stellen, weshalb der Glaube an die Leistung meiner Schüler so erschütternd gering ist?!?!

Ich will glauben! Mach das nicht kaputt, du olle Leistungsgesellschaft!

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