Da waren’s nur noch Acht …

Kaum sind die ersten vier Wochen überstanden und schon lichtet sich der Kreis der Lehramtsanwärter in einem meiner Fachseminare.

Die genauen Gründe für den Ausstieg des nun Ex-Referendars weiß ich nicht. Für Probleme bzw. Unwohlsein sorgten wohl gewisse Rollenerwartungen, die an uns Junglehrer gestellt werden. Die sind teilweise auch nicht so locker zu erfüllen. Schon gar nicht, wenn man aus der Zeit vor dem Ref in Berufsfeldern tätig war, in denen die sogenannte Vorbildfunktion nicht gegeben war. Man konnte seinen Kaffeebecher mit an Arbeitsplatz nehmen, den Kollegen erstmal über die Saufeskapade von letzter Nacht berichten, einen neuen Kaffee holen und dann loslegen zu arbeiten. Klingt himmlisch, ich weiß. Ist es auch!

Was ich sagen will: Ich verstehe den Konflikt sehr gut, der entstehen kann, wenn man z.B. für die Einhaltung bestimmter Regeln eintreten muss, die an der jeweiligen Schule für die Schüler gelten, die man selber jedoch B-A-N-A-N-A-S findet. Da heißt es dann: vorgaukeln will geübt sein! Oder wie mache ich sonst überzeugend deutlich, dass das Trinken während des Unterrichts ein schwerwiegendes Vergehen darstellt … (Was ich übrigens nicht tue, weil ich es für B-A-N-A-N-A-S halte. Und weil ich selber verdurste, wenn ich zwanzig Minuten lang nichts trinken darf. Wenn jemand meinen Unterricht anschaut, muss ich es aber doch verbieten. Total konsequent, ich weiß, ich weiß… )

Warum auch immer der Kollege sich letztlich für diesen Schritt entschieden hat: schade ist es auf jeden Fall. Denn das war ´ne Type, die die Schüler hundertprozentig geliebt hätten.

Amen.

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5 Antworten zu Da waren’s nur noch Acht …

  1. Frau Ella schreibt:

    Diese Trinkregelung haben wir an der Schule auch und ich finde sie selbst auch nicht gut. Mir geht es da wie dir: Ich MUSS trinken. Deshalb sage ich auch nichts, wenn meine SchülerInnen im Unterricht trinken – ich habe es weder erlaubt, noch verboten und bisher funktioniert es ganz gut 😉

  2. Hokey schreibt:

    Also ich versuche da neuerdings einen Kompromiss, und was während meines Unterrichts stattfindet, entscheide ich. Das gilt auch für Handys und alles Weitere. Im Zweifelsfall kann man den Schülern aber meiner Erfahrung nach immer klar machen, wann man eine Regel persönlich für unsinnig hält, dass man aber trotzdem darauf besteht sie einzuhalten, eben weil sie aktuell vereinbart / eingerichtet ist. Das verstehen die.

  3. ChocoSuga schreibt:

    Ich verstehe diese Regel absolut nicht. Trinken ist ein Grundbedürfnis, genau wie aufs Klo gehen, das schänke ich doch nicht ein. In meinem Unterricht dürfen die Schüler trinken, wenn sie möchten, nur keinen Alkohol 😉

  4. teacheridoo schreibt:

    An solchen Regeln scheiden sich ja die Geister. Ähnliches Thema, wie die leidige Mützengeschichte, die ja immer mal wieder in irgendeinem Lehrerblog Thema wird.

    Über die Mützengeschichte kann man sicherlich streiten, Stichwort: Höflichkeit (mir persönlich wäre es egal, ob jemand eine Mütze trägt oder nicht.)
    Aber bei der Trink-Thematik spielen ja auch gesundheitliche Aspekte eine Rolle. Sollte man SuS nicht eher ermutigen, genug zu trinken? Immer schön verteilt über den ganzen Tag? Mh.

    Manche Regeln sind…fragwürdig.

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