An meinen eigenen Gedichten erkenne ich die sprachlichen Mittel immer am besten

Ich staune. Paul kommt nach der Deutschstunde an den Lehrertisch und legt mir ein selbstverfasstes Gedicht vor. Vier Strophen. Solider Kreuzreim. Feinsäuberlich aufgeschrieben.

Diese Aktion hatte er zuvor mit dem Satz eingeleitet: „An meinen eigenen Gedichten kann ich das Reimschema und die sprachlichen Bilder immer am besten erkennen.“ Innerlich zerberste ich vor Lachen, weil diese so ganz und gar nicht subtile Art der Selbstprofilierung zu schön anzuschauen ist.
In dem Gedicht geht um die Spielarten der Liebe. Auch die Mutterliebe wird darin thematisiert. Ich staune weiter.
Dann such ich in meinem Kopf panisch nach einer galanten Möglichkeit, diese doch sehr intime Einsicht in das Innenleben eines mir bis dato eben bloß aus den je drei Wochenstunden Deutschunterricht bekannten Jungen ausreichend zu würdigen.
Ich frage also, ob er irgendwo veröffentlicht (Mein Gott, der ist 16 … wo soll der schon was veröffentlichen …) Ich lobe ihn, sage ihm, dass ich das toll finde und er davon bestimmt viele Vorteile im Lyrikunterricht haben werde, blablabla, dabei wische ich die Tafel ab, dann verabschieden wir uns freundlich voneinander und Paul verlässt den Raum. „Niedlich“, denke ich, und packe meine sieben Sachen. (Das ist übrigens eine Alliteration.)  
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Eine Antwort zu An meinen eigenen Gedichten erkenne ich die sprachlichen Mittel immer am besten

  1. ChocoSuga schreibt:

    Das Gedicht schon gegoogelt? Vielleicht hat er es ja aus dem Internet gezogen 😉

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